Stellenplafonierung bei der Stadt und Optimierung der Verwaltungsorganisation

Einfache Anfrage (Art. 45 Geschäftsreglement)

Gemeinderat Fredi Marty, Gruppierung „Menschen für Frauenfeld“ (MproF), reichte an der Gemeinderatssitzung vom 16. Januar 2013 eine Einfache Anfrage mit folgendem Inhalt ein:

Als Carlo Parolari per 1. April 2005 das Stadtammannamt von seinem Vorgänger Hans Bachofner übernahm, wies der Stellenbestand der Stadtverwaltung und ihrer Betriebe Ende Jahr 296,75 besetzte Stellen aus. Am 31. Dezember 2011 betrug der Bestand gemäss Geschäftsbericht 317,25 besetzte Vollzeitstellen, wobei festzuhalten ist, dass vor allem die Eröffnung der Parksiedlung Talacker für einen markanten Zuwachs beim Personalbestand sorgte.
Auffallend ist die Stellenzunahme in der Abteilung Zentralverwaltung und Finanzen seit dem Jahr 2009 von 51,75 auf 56,5 Stellen per Ende 2011. In den Jahren 2005 bis 2009 bewegte sich der Stellenbestand in dieser Abteilung auf einem relativ konstanten Niveau mit einem Minimum von 49 Stellen Ende 2007.
Der Gemeinderat stimmte mit dem Voranschlag 2013 der Erweiterung von zwei neuen Stellen zu, die der Stadtrat für das per 1. September 2011 geschaffene Personalamt beantragte. Als Grund gab der Stadtrat an, eine grosse Anzahl von neuen Projekten und der laufende Arbeitsanfall seien zu bewältigen. Die Kosten für die neue Stelle „Bereichsverantwortliche AZP“ werden vom Alterszentrum Park übernommen.
Zudem darf ich Sie daran erinnern, dass aus dem seinerzeitigen Präsidialamt das Amt für Stadtentwicklung und Standortförderung sowie die Dienststelle Kulturförderung hervorgegangen sind. Ich befürchte, dass der Stadtrat mit dem Segen des Gemeinderates den Stellenplan in den vergangenen Jahren nicht nur in der Abteilung Zentralverwaltung und Finanzen unnötigerweise und zu grosszügig erweitert hat. 

Deshalb bitte ich den Stadtrat, die drei folgenden Fragen zu beantworten:

  1. Teilt der Stadtrat meine Meinung, dass es jetzt an der Zeit ist, den Personalaufwand bei der Stadtverwaltung und ihren Betrieben zu begrenzen und mit dem Voranschlag für das Jahr 2014 eine „Stellenplafonierung“ vorzusehen, wie dies in den 90er- und frühen 2000er-Jahren der Fall war?
  2. Der Stadtrat möchte gemäss Leitziel 3.3 seiner Legislaturschwerpunkte 2011 bis 2015 die Verwaltungsorganisation hinsichtlich Kosten und Nutzen optimieren. Gibt es diesbezüglich einen konkreten Zeitplan samt Massnahmenkatalog?
  3. Ist der Stadtrat bereit, sich an der kantonalen Verwaltung ein Beispiel zu nehmen? Dort muss der Regierungsrat im Auftrag des Grossen Rates (Sitzung vom 9. Januar 2013) den Leistungskatalog der Verwaltung überprüfen, um Einsparmöglichkeiten zu finden und allfällige Leerläufe in den Ämtern zu beheben.

Ich bedanke mich beim Stadtrat für die Beantwortung meiner Fragen.

Frauenfeld, 16. Januar 2013

Fredi Marty

Die Einfache Anfrage wird an den Stadtrat zur Beantwortung überwiesen. Diese hat innert drei Monaten schriftlich zu erfolgen.