Verschärfte Auflagen betreffend Abfallkonzept am Open Air

Einfache Anfrage (Art. 45 Geschäftsreglement)

Das Open Air 2014 hat dem Ansehen der Stadt Frauenfeld geschadet. Nach dem Festival-Wochenende blieben rund 150 Tonnen Abfall liegen. „Chaos in Frauenfeld: Müllhalde Open Air“ lautete die Schlagzeile der grössten Boulevard-Zeitung. Andere Medien berichteten ähnlich kritisch. In zahlreichen Leserbriefen äusserte die betroffene Bevölkerung ihr Missfallen. 

 Auch wenn in einem Artikel relativiert wurde, dem Zeltschlachtfeld zum Trotz habe Frauenfeld das grösste Hip-Hop-Festival Europas, kann es so nicht mehr weitergehen. Viele Einwohnerinnen und Einwohner haben sich masslos geärgert, dass die vorwiegend jugendlichen Besucher ihre Zelte, Stühle und anderen Hausrat einfach liegen liessen. Auf dem Gelände türmten sich die Abfallberge, und am Westrand der Allmend wurden die zurückgelassenen Einkaufswägeli eingesammelt.

Der Mediensprecher des Open Airs betonte: „Wir wollen keine neuen Regeln.“ Ich meine, es brauche sehr wohl neue Regeln und verschärfte Auflagen, insbesondere betreffend Abfallkonzept. Es kann nicht angehen, dass die Allmend, die von uns Frauenfelderinnen und Frauenfeldern als Freizeitgelände genutzt und geschätzt wird, jedes Jahr im Juli zu einer Müllhalde verkommt.

Das Open Air in der heutigen Form hat sich weit von der ursprünglichen Idee „Out in the Green“ entfernt. Es mangelt den Besuchern an Anstand und Respekt. Die gewinnorientiertenVeranstalter sehen grosszügig darüber hinweg, dass ihr Festival im Vergleich mit anderen Events in der Schweiz mittlerweile einen schlechten Ruf hat, der sich auch negativ auf die Stadt Frauenfeld auswirkt. Deshalb steht nun der Stadtrat als Bewilligungsbehörde in der Pflicht.    

In diesem Zusammenhang ergeben sich folgende Fragen:

  1. Zu welchen Erkenntnissen ist der Stadtrat nach einer ersten Aufarbeitung mit dem VBS als Grundeigentümer und den Veranstaltern gelangt?
  2. Teilt der Stadtrat meine Meinung, dass es betreffend Abfallkonzept verschärfte Auflagen braucht? Können die Organisatoren verpflichtet werden, dafür zu sorgen, dass in Zukunft kein Zeltschlachtfeld mehr entsteht und sich die Abfallberge im erträglichen Rahmen halten?
  3. Kann uns der Stadtrat garantieren, dass das Naturschutzgebiet im Auenwald entlang der Thur nicht vom Open-Air-Littering betroffen ist? 
  4. Welche Leistungen erbringt die Stadt, insbesondere die Werkbetriebe und der Werkhof, für das Open Air? Ist es tatsächlich so, dass für die Aufräumarbeiten keine Steuergelder aufgewendet werden?
  5. Sieht der Stadtrat in Zusammenarbeit mit dem VBS weitere Massnahmen und Auflagen vor, die dazu beitragen, dass das Open Air Frauenfeld seinen ehemals guten Ruf wieder erlangt?

Ich bedanke mich beim Stadtrat im Voraus für die Beantwortung meiner Fragen.

Frauenfeld, 19. August 2014

Fredi Marty, Gemeinderat MproF