Verkauf Grundstück Nr. 50967, Sonnenhof-/Schaffhauserstrasse, an Twerenbold Service AG zum Preis von 5,7 Mio. Franken

Gemeinderatssitzung vom 19. September 2018

Eintreten

Sehr geehrte Frau Gemeinderatspräsidentin, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates, geschätzte Ratskolleginnen und -kollegen, geschätzte Gäste auf der Galerie

Diese Botschaft des Stadtrates stellt uns vor eine knifflige Entscheidungsfindung. Wenn der Gemeinderat dem Landverkauf für den geplanten Busbahnhof des Reiseveranstalters Twerenbold zustimmt, ermöglichen wir die Ansiedlung eines Unternehmens, das eine Bereicherung für den Wirtschaftsstandort Frauenfeld wäre. Es handelt sich hierbei zweifelsohne um ein interessantes Projekt. Aus der Veräusserung des Grundstücks Nr. 50967, das in der Bilanz mit 2,8 Mio. Franken bewertet ist, resultiert ein Gewinn von 2,9 Mio. Franken. Das tönt verheissungsvoll!

Der Busterminal samt Betriebsgebäude mit Büroräumen würde zum wirtschaftlichen Aufschwung in der Kantonshauptstadt beitragen. Bis zu 100 neue Arbeitsplätze könnten geschaffen werden, neue Wohnungen sollen entstehen – ein zukunftsweisendes Projekt, das auf den ersten Blick nur Vorteile bringen würde. Wären da nicht die besorgten Anwohnerinnen und Anwohner, die unseren Rat mit 486 Unterschriften bitten, den Verkauf des Grundstücks an Twerenbold abzulehnen. Ich werte dieses Votum als starkes Signal, aber mehr noch als Hilferuf unserer Frauenfelder Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Und sie haben gute Argumente, die mich überzeugen. Dieses Projekt gehört tatsächlich in ein Industriegebiet und nicht mitten in ein Wohnquartier mit dem angrenzenden Naherholungsgebiet im Burgerholzwald und auf dem Robinsonspielplatz. Ich nehme die Bedenken der fast 500 Petitionäre sehr ernst. Sie befürchten zu Recht zusätzliche Lärmemissionen und Schadstoffe durch Mehrverkehr. Das Wohnquartier um die Sonnenhofstrasse hat heute schon hohe Lärmbelastungen zu ertragen. Es handelt sich hier um eine Quartierstrasse, die auch als Schulweg dient und den Zugang zum Spielplatz und zum Burgerholzwald ermöglicht.

Die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers Kurzdorf ist für mich das höhere Gut als die zusätzliche Aufwertung des Wirtschaftsstandortes Frauenfeld. Ich bin zwar für Eintreten auf dieses Geschäft, werde dem Verkauf des Grundstücks jedoch nicht zustimmen.

Fredi Marty, Gemeinderat Mpro

 


 

Detailberatung

 

Sehr geehrte Frau Gemeinderatspräsidentin, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates, geschätzte Ratskolleginnen und -kollegen, geschätzte Gäste auf der Galerie

Wie ich bereits gesagt habe, bin ich gegen den Verkauf des Grundstücks an der Sonnenhof-/Schaffhauserstrasse an Twerenbold Service AG. Ich halte dieses Geschäft für eine Zwängerei, die der Stadtrat gegen den Willen besorgter Anwohnerinnen und Anwohner durchdrücken möchte. Als Volksvertreter müssen wir die Befürchtungen und Einwände unserer Frauenfelder Mitbürger ernst nehmen. Dieses zugegebenermassen interessante Projekt ist am falschen Standort geplant. Es gehört in ein Industriegebiet! Die zu erwartenden Lärmemissionen und der Ausstoss von Schadstoffen sind für die Quartierbewohner unzumutbar.

Ich frage mich, ob der Stadtrat bei diesem Projekt überhaupt an die „Regio Frauenfeld“ gedacht hat, für die er gerne Werbung macht. Falls in unserer Stadt kein anderer Standort für Twerenbold möglich ist, müssten wir regionale Interessen berücksichtigen. Für den Reiseveranstalter ist verständlicherweise der nahe Autobahnanschluss sehr wichtig. Dieser wäre in einer unserer Nachbargemeinden auch gewährleistet. Früher hatten wir einen griffigen Slogan: „Stadt und Land – mitenand“.

Der wirtschaftliche Aufschwung in der Kantonshauptstadt ist beeindruckend. Frauenfeld hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Deshalb meine ich, dass dieses Projekt nicht zwingend im Kurzdorf realisiert werden muss, sondern in der Region Frauenfeld, irgendwo zwischen Müllheim, Wigoltingen, Märstetten, Matzingen und Gachnang-Islikon.

Aus Rücksichtnahme auf die Anliegen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger, die in grosser Sorge um ihr Wohnquartier an uns gelangt sind, bitte ich Sie, den Antrag des Stadtrates abzulehnen und dem Verkauf des Grundstücks Nr. 50967 an die Twerenbold Service AG nicht zuzustimmen.

Fredi Marty, Gemeinderat MproF