Motion betreffend „Stadtbustarife“ der Gemeinderätinnen Anita Bernhard-Ott, Sandra Kern und Salome Scheiben: Beratung, Beschlussfassung über Erheblichkeit

Gemeinderatssitzung vom 24. April 2019

Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates, geschätzte Ratskolleginnen und -kollegen

Ich kann den Argumenten der drei Gemeinderätinnen von Chrampfe & Hirne folgen. In ihrer Motion begründen sie nachvollziehbar, warum in der Zone 921 Kurzstreckenbillette für max. fünf Stationen zum halben Preis einer Einzelfahrkarte erhältlich sein sollen. Ich teile die Meinung unserer Kolleginnen, dass die Stadtbus-Tickets für kurze Strecken zu teuer sind. Der Vergleich mit dem Postautotarif für die Fahrt nach Tobel-Affeltrangen oder mit dem Bahnbillett nach Winterthur spricht Bände.

Wenn wir die Ziele des Frauenfelder Mobilitätskonzeptes 2030 ernst nehmen und den Öffentlichen Verkehr vermehrt fördern wollen, dann ist der Preis wie zum Beispiel für ein Ticket vom Alterszentrum Park zum Einkaufszentrum Schlosspark eindeutig zu hoch: CHF 3.20 für zwei Stationen, das sind rund 400 Meter, bei einer Minute Fahrzeit. Zudem ist das Billett nur eine Stunde gültig. Wer einen Grosseinkauf tätigt und anschliessend einen Kaffee trinkt, braucht vielleicht länger und bezahlt für die Rückfahrt noch einmal CHF 3.20. Ich bitte Sie, da kann ich mir gerade so gut ein Taxi bestellen oder besser noch: Ich gehe zu Fuss. Aber insbesondere für ältere Leute mit vollen Einkaufstaschen ist ein solcher Spaziergang unzumutbar. Sie sind auf den Stadtbus und auf faire Ticketpreise angewiesen. Mich erstaunt, dass die CVP mit ihrer Stadträtin, die sich stets für die Belange der älteren Generation einsetzt, gegen diese Motion ist.

Der Stadtrat betont in seiner Beantwortung, dass ein Kurzstreckenbillett nur für einen Teil der Fahrgäste mit Einzelfahrkarte sinnvoll wäre. Und weiter: Die Subventionen für diese Billette würden insgesamt ca. 60'000 Franken pro Jahr betragen. Diese Haltung erscheint mir etwas kurzsichtig. Wir geben in Frauenfeld weit mehr Geld aus für Projekte, die unserer Stadt weniger bringen als die Einführung eines Kurzstreckenbillettes. Die drei Kolleginnen weisen uns einen guten Weg, der dazu beiträgt, dass der ÖV - und somit auch der Frauenfelder Stadtbus - 40 Prozent des Mehrverkehrs übernimmt. Dieser parlamentarische Vorstoss macht Sinn. Es gab in dieser Legislaturperiode schon schlechtere Begehren. Deshalb bitte ich Sie, die Motion als erheblich zu erklären.

 Fredi Marty, Gemeinderat Mpro