Der Stadtammann und die Wutbürger

Leserbrief vom 6. Dezember 2012

Im Artikel über das «Chlaustreffen» der Gemeindebehörden wurde die Begrüssung von Stadtammann Carlo Parolari wie folgt wiedergegeben: «An die Mit- und Wutbürger, für sie ist es Zeit zur Besinnung zu kommen und sich zu fragen: Worum geht es eigentlich?»

Zu dieser Aussage kann ich nur antworten: Wenn ich als Einwohner und Steuerzahler die Tagespolitik des Stadtrats beurteile, packt mich die Wut. Aber deshalb sind wir noch lange keine Wutbürger, wenn wir anderer Meinung zu folgenden Themen sind:

  1. Die Buslinienführung beibehalten und auf einen 20-Minutentakt umstellen.
  2. Den Verkehrsstau am Lindenspitz mittels Ampelführung probeweise lösen.
  3. Sparen im Budget, wie dies einige Mitglieder des Gemeinderats beantragten.

Und sind die 900 Stimmbürger, welche die Frauenfelder Volksinitiative „200'000 Franken sind genug“ unterzeichnet haben, allesamt Wutbürger?
Der Titel „Wutbürger“ wurde übrigens am Narrenkongress 2012 einem amtierenden Frauenfelder Gemeinderat verliehen. Sind wir alle Narren, wenn wir die Politik des Stadtrats kritisieren?

Walter Holtze, 8500 Frauenfeld