Was Parolari persönlich nimmt

Leserbrief vom 29. Dezember 2012

Ammann einer unruhigen Stadt, «Thurgauer Zeitung»,  27.  Dezember 2012

Im Interview zum Jahresende behauptet Stadtammann Carlo Parolari, er sei von mir «auf einer persönlichen Ebene» angegriffen worden. Mit dem «Wutbürger» habe er nur mich als Gemeinderat gemeint. Zuerst einmal verbitte ich mir die Titulierung «Wutbürger», Herr Stadtammann!

Dass Parolaris Vorwurf nicht stimmt, beweisen die Wortprotokolle des Gemeinderates. Es ging mir als Vertreter von «Menschen für Frauenfeld» stets um die Sache, die ich hart und konsequent vertrat. Auf den Mann spielte ich dabei nicht, auch nicht in der Budgetdebatte vom 28. November.

Am 7. November, als es bei der Behandlung der Motion Hausammann um die Stadtratslöhne ging, behauptete der Stadtammann, ich hätte den Gemeinderat beleidigt. Er rief die Mitglieder des Stadtparlaments auf, sich dagegen zu wehren. Das Protokoll dieser Sitzung ist auf der Homepage der Stadt aufgeschaltet. Nirgends ist eine Beleidigung zu finden, Kritik hingegen schon.

Wenn die Sparbemühungen eines Gemeinderates vom Stadtammann mit dem Hinweis auf ein teures Stehpult des ehemaligen Mitarbeiters gekontert werden, gibt mir das zu denken.

Der Stadtammann und die Stadträte sind in diesem Jahr nicht nur wegen ihrer Löhne unter Druck geraten. Parolari reagiert zunehmend dünnhäutig auf Kritik der Bevölkerung. Ich wünsche ihm, dass er im neuen Jahr seinen geschätzten Sinn für sachliche Diskussionen wieder findet.

Fredi Marty, Gemeinderat MproF