Lindenspitz muss geöffnet werden

Leserbrief vom 3. März 2013

Die Verkehrsprobleme am „Lindenspitz“ bleiben weiterhin ungelöst. Die Beantwortung der Interpellation von Gemeinderat Andreas Elliker lässt keine andere Schlussfolgerung zu. Der Stadtrat beabsichtigt, die Situation mit einer weiteren, auf aktualisierten Verkehrszahlen beruhenden Studie zu überprüfen. Der Gemeinderat hat in seiner Diskussion am 27. Februar diese Strategie grossmehrheitlich befürwortet.

Obwohl ich die Interpellation mitunterzeichnet habe, bin ich entschieden gegen eine neue, kostenaufwendige Studie. Gemäss Verkehrszählungen hat sich der durchschnittliche tägliche Verkehr auf der Zürcherstrasse Ost in den vergangenen zehn Jahren bei rund 23‘000 Fahrzeugen eingependelt. Es braucht keine externen Fachleute, die im Auftrag des Stadtrats alternative Verkehrsführungen prüfen. Das wäre hinausgeworfenes Geld für Tatsachen, die längst durch Studien belegt worden sind.

Seit nunmehr 13 Jahren bildet sich auf der Bahnhofstrasse ein Rückstau, wenn Autofahrer links in den viel zu kurzen Ast der Erchingerstrasse abbiegen. Rechts ist wegen der engen Platzverhältnisse kein Vorbeifahren möglich. Ausserdem ist bekannt, dass der regionale und „hausgemachte“ Durchgangsverkehr, nämlich jener von einem Stadtteil in den anderen, 60 Prozent des Verkehrsaufkommens beträgt. Grosse Projekte, wie die F21 oder die Verlängerung der Breitenstrasse, wurden abgelehnt. Der Verkehr soll durch weniger einschneidende Massnahmen gelenkt werden.

Deshalb fordere ich den Stadtrat auf, den „Lindenspitz“ vorerst versuchsweise wieder zu öffnen, so dass der Verkehr stadteinwärts, via Lichtsignal geleitet, auf der Zürcherstrasse passieren kann. Die leicht höhere Verkehrsbelastung der Vorstadt wäre das kleinere Übel als die ungelöste Stausituation im Osten. Der Kanton als Strasseneigentümer würde diesen Versuch wohl mittragen. Das bringt mehr als eine weitere Verkehrsstudie. Bei der Einmündung der Oberkirchstrasse sei ein Kreisel in Erwägung zu ziehen. Diese Variante darf nicht am nötigen Landerwerb scheitern.

Der Stadtrat sollte die anstehenden Verkehrsprobleme nicht weiter „aussitzen“, wie er dies beim Stadtbus und beim „Lindenspitz“ tut. Er muss jetzt endlich handeln! Dass die Fronten an der Neuhauserstrasse nur durch eine Mediation aufgeweicht werden konnten, ist wahrlich kein Leistungsausweis. Der hohe Lohn des Stadtrats ist auch deshalb umstritten, weil er sich hinter Studien versteckt und externe Hilfe holt, statt selbst zu entscheiden. Die Rechnung begleicht der Steuerzahler. Wir alle dürfen von unserer Stadtregierung mehr Führungsverantwortung erwarten.

Fredi Marty, Gemeinderat MproF