Open-Air-Müll: Pfadi als Vorbild

Leserbrief vom 20. Juli 2014 in der FW (TZ-Fassung abgeändert und ergänzt)

Es braucht unbedingt neue Regeln für die Durchführung des nächsten Open Airs. In der Pflicht steht der Stadtrat als Bewilligungsbehörde in Absprache mit dem VBS als Grundeigentümer. So kann und darf es nicht weitergehen! Wenn uns die grösste Tageszeitung der Schweiz mit der Schlagzeile aufrüttelt: „Chaos in Frauenfeld: Müllhalde Open Air“ und darunter ergänzt: „Nach dem Festival-Wochenende bleiben 150 Tonnen Abfall liegen“, müssen die politischen Verantwortlichen reagieren. Die Veranstalter und vorwiegend jugendlichen Besucher brauchen offensichtlich strengere Auflagen.

Uns Frauenfeldern liegen die Grosse Allmend und das Naturschutzgebiet im Auenwald entlang der Thur sehr am Herzen. Viele, die hier aufgewachsen sind und das Waffenplatzgebiet als Freizeitparadies schätzen und respektieren, können es nicht ausstehen, wenn sich dort alljährlich im Juli eine Müllhalde ausbreitet. Im Namen der Gruppierung „Menschen für Fauenfeld“ (MproF) empfehle ich den Organisatoren des Open Airs: Nehmt euch die Pfadfinder zum Vorbild! In der Pfadi haben die Jugendlichen gelernt, wie man Zelte aufstellt und wieder abbaut, wie man Abfälle umweltgerecht entsorgt und einen Platz sauber aufgeräumt zurücklässt. Das wäre schön, lässt sich aber in der Praxis schwerlich umsetzen.

Deshalb drängen sich strengere Auflagen auf. Wer Musik hören möchte, braucht kein Zelt. Und wer Campingstühle und sonstigen Hausrat anschleppt, sollte gleich wieder nach Hause geschickt werden. Ansonsten wird die Unsitte, alles einfach liegen zu lassen, sogar noch gefördert. Stattdessen schlage ich vor, dass die Veranstalter ein paar grosse Zelte zum Übernachten aufstellen und beim Eingang, sofern erwünscht, Billigschlafsäcke abgeben, die über einen höheren Eintrittspreis verrechnet werden. All jenen, die mit Haschisch vollgedröhnt glückselig vor sich hin vegetieren, dürfte eine kalte Dusche von oben ohnehin egal sein: Sie wollen nur eine „Hip-Hop-Party“ feiern und sich gelegentlich erleichtern, getreu dem Motto „Nach mir die Sintflut“.

Fredi Marty, Gemeinderat MproF, Frauenfeld