Parteienschacher um das Stadtpräsidium

Leserbrief vom 6. Oktober 2014

Aadorf sucht einen „Gemeindeammann (w/m) im Vollamt“. Das überparteilich geschaltete Inserat beinhaltet ein klares Stellenprofil und wendet sich an eine „führungsstarke Persönlichkeit“. Wer sich den hohen Anforderungen gewachsen fühlt, kann sein Bewerbungsdossier einreichen. So macht man das – nicht aber in Frauenfeld!

Hier ist der Parteienschacher um das Stadtpräsidium zaghaft angelaufen. Die Parteipräsidien - soweit habe ich mich kundig gemacht - sind nicht gewillt, die Stelle öffentlich auszuschreiben. Das hohe Amt soll einem Mitglied der FDP oder der SVP zufallen. Denn „zufällig“ steht dem Vernehmen nach der Schulpräsident der SVP in den Startlöchern, und gesucht wird noch „irgend jemand von der FDP“. Die Linken warten ab und tun so, als ob sie mit einer allfälligen Kandidatur eine theoretische Chance hätten. Haben sie nicht! Das weiss jeder, der die politische Landschaft in Frauenfeld kennt.

Leider können die Bürgerlichen niemanden präsentieren, die oder der das Format für ein Stadtpräsidium vorzuweisen hat. Der Schulpräsident wahrt seit Jahren seine eigenen Interessen und die seiner Gemeinde. Er lässt überrissene Schulbudgets ohne parlamentarische Kontrolle vom Stimmvolk absegnen. Die Integration der Schulgemeinde in die politische Gemeinde wäre zeitgemäss und würde die Steuerzahlenden entlasten. Weder der Schulpräsident noch der Stadtrat mit seiner neuen Verwaltungsorganisation haben sich dafür eingesetzt.

Der sich abzeichnende Parteienschacher zwischen FDP und SVP ist unserer Kantonshauptstadt unwürdig. Die Stelle muss von einem überparteilichen Komitee ausgeschrieben werden. Jetzt müssen die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt werden - mit einer starken Persönlichkeit an der Spitze. Einheimisch oder auswärtig darf keine Rolle spielen. Alles andere wäre unseriös. Es geht um das höchste Exekutivamt. Die Bevölkerung von Frauenfeld hat ein Recht darauf, zwischen den besten Kandidatinnen und Kandidaten auszuwählen.

Fredi Marty, Gemeinderat MproF