Open-Air-Müll: Jetzt reicht's!

Leserbrief vom 15. Juli 2015

Montagnachmittag auf der Grossen Allmend – ein Augenschein: Ein paar Helfer der Güselkompanie stochern lustlos im Abfall herum. Zwei Velofahrer halten an und blicken kopfschüttelnd über die Müllhalde. Der Westwind treibt ein kaputtes Zelt über die Strasse.

Das Bild der letzten Jahre wiederholt sich: Unzählige Zelte, PET-Flaschen, Campingstühle und weiterer Hausrat. Die „Blick“-Macher lassen sich zum Titel „Sauenfeld“ hinreissen, während das Gratisblatt „20 Minuten“ schlagzeilenträchtig drei Jugendliche zitiert: „Zelte kaputtschlagen macht doch Spass“. Der gute Ruf der Stadt Frauenfeld wird buchstäblich in den Dreck gezogen. Viele haben genug vom Open-Air-Müll.

Derweil sprechen die Veranstalter von einem „perfekten Open Air“. Immerhin orten sie beim Abfallkonzept „Verbesserungspotenzial“. Das hat der Stadtrat bereits in der Beantwortung auf meine Einfache Anfrage „Verschärfte Auflagen betreffend Abfallkonzept“ im Jahr 2014 erkannt. Unter anderem versprach er, die Verantwortlichen würden „Depots auf Zelte“ und „von den Organisatoren aufgestellte Übernachtungsmöglichkeiten prüfen“.

Leider haben die beiden Bewilligungsgeber, der Stadtrat und die Armasuisse als Grundeigentümerin, verschärfte Auflagen nicht ausreichend durchgesetzt. Während andere Festivals ein Depot für mitgebrachte Zelte verlangen, ist das Frauenfelder OK mit seinen Aktionen „Recycle & Win“ und „Love your Tent“ kläglich gescheitert. Auf freiwilliger Basis kann das Littering-Problem nicht gelöst werden.

Die Abfall-Entsorgung via Müller-Recycling ist ein guter Anfang, wie in dieser Zeitung zu lesen war. Letztlich aber hat „das grösste Hip-Hop-Festival Europas“ nur dann eine Zukunft, wenn Behörden und Veranstalter knallhart durchgreifen: mit hohen Depots auf Zelten und saftigen Bussen gegen Abfallsünder. Junge Leute, die mangels Respekt und Anstand ihren Müll einfach liegen lassen, brauchen diesen Druck.

Fredi Marty, Gemeinderat MproF