Reden wir, Herr Böller!

Offener Brief in der „Frauenfelder Woche“ vom 26. August 2015

Grüezi Herr Böller

Ich möchte unsere Differenzen zum Open-Air-Müll gerne beilegen. Deshalb biete ich Ihnen ein persönliches Gespräch an.

Ein paar Klarstellungen vorweg scheinen mir zum allseitigen Verständnis dennoch nötig zu sein.  Ich gebe zu, dass ich als Gemeinderat der Gruppierung «Menschen für Frauenfeld» (MproF) öfters Meinungen von Minderheiten vertrete, z. B.: Murg-Auen-Park, Stadtbus-Ausbau, Stadtratslöhne. Aber es sind stets ernst zu nehmende Minderheiten, wie die Abstimmungen zeigen.

Betreffend Open-Air-Müll möchte ich Sie höflich bitten, bei den Fakten zu bleiben. Sie behaupten in der «FW» vom 20. August, es stimme nicht, dass ich vom Stadtrat verschärfte Auflagen für die Veranstalter gefordert hätte. Hierzu verweise ich Sie auf unsere Website www.mprof.ch/Leserbriefe. Am 16. Juli 2015 zitierte ich in dieser Zeitung aus der Antwort des Stadtrats auf meine Einfache Anfrage aus dem Jahr 2014: «Unter anderem versprach er (der Stadtrat), die Verantwortlichen würden „Depots auf Zelte“ und „von den Organisatoren aufgestellte Übernachtungsmöglichkeiten prüfen».

In meiner Entgegnung in der «Frauenfelder Woche» vom 13. August auf Ihre harsche Kritik habe ich mich zur Forderung nach verschärften Auflagen leider etwas knapp ausgedrückt, so dass meine Formulierung missverständlich war. Daraus wollen Sie mir in der letzten Ausgabe der FW einen Strick drehen. Sie versuchen, mich dem Verdacht der Unehrlichkeit auszusetzen. Das wird Ihnen jedoch nicht gelingen, Herr Böller!

Dazu darf ich Sie auf den folgenden Suchpfad im Internet hinweisen: „www.frauenfeld.ch/ Verwaltung & Politik/ Gemeinderat/ Beantwortungen an den Gemeinderat ab 2007/ Einfache Anfragen 2014 (direkter Link)“. Tatsächlich erfahren wir dort - auf Seite 5 der Beantwortung auf meinen parlamentarischen Vorstoss „Verschärfte Auflagen betreffend Abfallkonzept am Open Air“ -, dass sich meine zweite Frage genau auf diese Forderung bezog, der Stadtrat hingegen schon auf meine erste, allgemein gehaltene Frage die oben erwähnte konkrete Antwort gab. Also, Herr Böller: Es stimmt, was ich geschrieben habe!

Ich möchte mit Ihnen gerne über Ihre politische Meinung zu Frauenfelder Themen diskutieren. Wo stehen Sie, wofür setzen Sie sich ein? Vor zwei Jahren, als es um die Senkung der Stadtratslöhne ging, behaupteten Sie, die 924 Unterschriften der Initianten würden auf die Stimmberechtigen vielleicht 10 Prozent ausmachen. Wie wir wissen, braucht es in Frauenfeld 700 Unterschriften für eine Initiative. Die Lohninitiative scheiterte letztlich nur an der Stichfrage, obwohl sie mehr Stimmen erhielt als der Gegenvorschlag. Deshalb frage ich Sie an, Herr Böller: Was bezwecken Sie mit solchen Behauptungen? Für welche politische Partei schreiben Sie Leserbriefe?

Gerne lade ich Sie ein zu einem Gespräch in unserer beliebten Kurzdorfer Quartierbeiz. Lassen Sie uns reden, Herr Böller! Ich freue mich darauf, Sie persönlich kennen zu lernen.

Freundliche Grüsse                           
                                                                                  Fredi Marty, Gemeinderat MproF