Streitkultur endet im Grünen

Leserbrief vom 9. Dezember 2016

Das Festival „Out in the Green Garden“ bereitet vielen Menschen Freude. Kulturschaffende, Musikfreunde und sogar eine SP-Kantonsrätin haben dies in leidenschaftlichen Leserbriefen kundgetan. Die Zielsetzung ist offensichtlich: Der Stadtrat soll das Festival auch im kommenden Sommer bewilligen – im zentrumsnahen Murg-Auen-Park, der jüngst sogar vom Verlag „Hochparterre“ ausgezeichnet worden ist.

Gemach, solche Forderungen sind total einseitig! Laut Verordnung steht der Murg-Auen-Park der gesamten Bevölkerung als „naturnahes Erholungsgebiet“ zur Verfügung. Die minimale Infrastruktur ermöglicht die Durchführung von kleineren Veranstaltungen. So lautet die Zweckbestimmung. Leider hat der Stadtrat noch nicht gemerkt, dass er unseren Park zunehmend zweckentfremdet. Diese Art von Übernutzung dürfen wir nicht mehr akzeptieren. Bedeutet im Klartext: Massenveranstaltungen mit über 3000 Besuchenden gehören nicht auf die Murgwiese, sondern auf die Grosse Allmend.

Den Organisatoren des Festivals, deren verwandtschaftliche und berufliche Nähe zum Chef des städtischen Kulturamtes bekannt ist, sei geraten: Werdet ein bisschen bescheidener! Ihr fordert von der öffentlichen Hand Kulturbeiträge und vergesst, dass von den rund 30 direkten Park-Anwohnerinnen und -Anwohnern einige seit über 50 Jahren Steuern für die Stadt Frauenfeld bezahlen. Da müsst ihr noch einiges leisten! Und wer unsere Frauenfelder Mitbürger, die sich zu Recht gegen Nachtruhestörungen wehren, öffentlich gar als “Bünzlis” tituliert, lässt jeglichen Anstand und Respekt vermissen.

Hier endet die Streitkultur im Grünen. Gefordert ist der Stadtrat, von dem wir eine zurückhaltende und weise Bewilligungspraxis für Anlässe im Murg-Auen-Park erwarten dürfen. Der nächtliche Lärm ist für die betroffenen Anwohner ebenso unzumutbar wie eine zu hohe Anzahl von Veranstaltungen. Das Festival „Out in the Green Garden“ soll weiter bestehen und das städtische Kulturleben bereichern. Aber der Murg-Auen-Park ist für einen erfolgreichen Anlass dieser Grösse nicht der geeignete Ort.

Fredi Marty, Gemeinderat MproF