Steuergelder für Planspiele verschwendet

Stellungnahme vom 29. November 2017 zu den Varianten für eine Stadtentlastung

Die Gruppierung „MproF“ unterstützt die Petition „Keine oberirdische Stadtentlastung Frauenfeld durch Wohngebiete“. Quartierstrassen wie die Talacker- oder die Walzmühlestrasse sind für die Bewohner da und nicht für den Durchgangsverkehr gebaut worden. Die Vorstellung, dass unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger durch hässliche Lärmschutzwände vor einer Entlastungsstrasse geschützt werden müssen, ist beängstigend und für die direkt Betroffenen unzumutbar.

MproF fordert von den Verkehrs- und Stadtplanern ein generelles Umdenken. Auch die Tunnelvarianten für eine kleinräumige Stadtentlastung sind schwer realisierbar: zu teuer, zu einschneidend – und vor allem polarisierend. Das hat sich im Jahr 2007 gezeigt, als die Stadtentlastung F21, wenn auch knapp, abgelehnt wurde. Was uns jetzt vorgelegt wird, ist das Ergebnis von aufwendigen Planspielen. Mittelfristig eine kleinräumige Umfahrung und langfristig eine grossräumige Umfahrung planen – eine äusserst fragwürdige Doppelstrategie!

Stadt und Kanton haben für ihre variantenreiche Präsentation unnötig Steuergelder verschwendet. Kein Wunder, stellt uns der Stadtrat für das Jahr 2019 eine Erhöhung des Steuerfusses um 2 Prozentpunkte in Aussicht. Wie viele hoch dotierte Ingenieure und Planer waren wohl am Werk, um aus 23 Varianten sieben angeblich brauchbare auszuscheiden? Für die Entlastung des Rathausplatzes? Warum eigentlich? Ist dort eine bessere Wohn- und Lebensqualität anzustreben als in den Quartieren?

Der Leidensdruck durch die Verkehrsüberlastung in Frauenfeld ist nicht so gross wie in anderen vergleichbaren Städten. Die wenigen Stosszeiten über Mittag und gegen Abend könnten entschärft werden, wenn jeder von uns freiwillig zum Abbau des innerstädtischen motorisierten Individualverkehrs beitragen würde. Viele Ziele sind zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem Stadtbus erreichbar.

Die Gruppierung „MproF“ sieht die Lösung des Verkehrsproblems in einem grossräumigen Westumfahrungs-Tunnel vom Messenriet bis zur Aumühle. Es lohnt sich, noch ein paar Jahre darauf hinzuarbeiten und in Bern politischen Druck für mehr Bundesgelder zu machen.

Fredi Marty, Gemeinderat MproF