Weniger ist mehr

Leserbrief vom 26. Juni 2011

Der Stadtrat Frauenfeld legt seine Legislaturschwerpunkte 2011 bis 2015 in einer vierfarbigen Broschüre vor - eine Präsentation vom Feinsten, wie es der ausgezeichneten Finanzlage angemessen ist. Er möchte Frauenfeld als „führende Stadt im Kanton“ positionieren. Eine Kantonshauptstadt soll für alle Gemeinden ein Vorbild sein. Wohlan, dagegen ist nichts einzuwenden! 

Stadtrat Ruedi Huber scheint am besten begriffen zu haben, dass Legislaturschwerpunkte auch nach dem Motto „Weniger ist mehr“ umgesetzt werden können. Unter seinem Einfluss hat unsere Stadtregierung das umstrittene Projekt „Murg-Auen-Park“ rigoros abgespeckt: Statt mit 10 bis 12 Millionen Franken soll unsere Stadtkasse nur noch mit 3,5 Millionen Franken belastet werden. Weitere 1,2 Millionen Franken können von Bund und Kanton erwartet werden.

Der Neue im Stadtrat ist auf dem richtigen Weg. Noch einfacher, sinnvoller und kostengünstiger wäre allerdings die folgende Variante: Den Mühlewiesenkanal sanieren und das „Buebewäldli“ einer massvollen Waldpflege unterziehen. Inzwischen haben wir nämlich genug Spielplätze und Kioske in der familienfreundlichen Stadt Frauenfeld.

Die eingesparten Steuergelder bringen Hubers Kollegen Urs Müller auf eine hochtrabende Idee: Der CH-Vertreter im Stadtrat will den Falkenlift wieder steigen lassen, der von den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern vor 13 Jahren gnadenlos gebodigt wurde. Ausserdem schwadroniert Müller unbeirrt von der schätzungsweise 200 Millionen Franken teuren „Westumfahrung“. Vielleicht fällt unserem Bauvorsteher in den nächsten vier Jahren noch eine realitätsbezogene Variante zur Verkehrsentlastung ein.

Immerhin: Angesichts des Nettovermögens von 49 Millionen Franken dürfen wir vorerst  eine weitere Steuersenkung erwarten – auch dies ein wirksamer Beitrag zu einer familienfreundlichen Stadt!

 
Fredi Marty, Gemeinderat MproF