Stadtratsbesoldung: Pensen und Prozente

Leserbrief vom 3. Juli 2011

Wo können wir Frauenfelder Stimmbürger erfahren, warum der Stadtrat Frauenfeld seit 2007 angeblich 25 Prozent mehr arbeitet als die frühere Stadtregierung? Die zuständige Geschäftsprüfungskommission des Gemeinderates versucht die Erhöhung von 160 auf 200 Stellenprozente für die nebenamtlichen Stadträte mit „detaillierten Stundenkontrollen“ zu erklären. Das leuchtet mir nicht ein.

Ich finde es eher beschämend, wenn eine der am besten verdienenden Stadtregierungen der Schweiz jedes Mal zu Beginn der neuen Amtsperiode ihre zu hohe Besoldung auf diese Art zu rechtfertigen versucht. Vergleiche mit anderen Städten wurden zur Genüge veröffentlicht.

Noch mehr stört es mich, dass die GPK ein Salär von gut 100‘000 Franken für ein nebenamtliches Stadtratsmitglied mit einem selbst deklarierten 50-Prozent-Pensum erneut abgesegnet hat. Das offenbar zu gut besoldete Stadtpersonal musste vor vier Jahren Lohneinbussen in Kauf nehmen.

Ich empfinde es als eine Unverschämtheit, dass unsere Stadtregierung aus der Besoldungsrevision für sich Profit geschlagen hat. Deshalb fordere ich den Gemeinderat dazu auf, das Gehalt der Stadträte auf das frühere Niveau zurückzustufen.

Walter Holtze, Junkholzstrasse 38, 8500 Frauenfeld