Murg-Auen-Park: Es gibt auch Verlierer

Leserbrief vom 28. Oktober 2011

Wir hören Kinderlachen aus dem Auen-Park, die Vöglein zwitschern, die Fröschlein quaken, das Wasser im Altlauf der Murg plätschert verträumt vor sich hin – für jung und alt ein Gewinn: Diese Idylle versprechen uns die Befürworter eines Projekts, das bei genauerem Hinsehen mehr Nachteile als Vorteile für die Bevölkerung bringt.

Erstens: Der Stadtrat hat die Abstimmungsbotschaft zwar von unrealistischen Visionen entlastet, aber der Kredit von 3,6 Mio. Franken ist immer noch viel zu hoch. Der Kostenvoranschlag ist zu wenig transparent, vor allem, was die Kostenbeteiligung von Bund und Kanton betrifft. Die Rückstellungen für „Diverses, Unvorhergesehenes“ von nur 50‘000 Franken werden niemals ausreichen und einen Nachtragskredit erforderlich machen.
Zweitens: Wir sind uns sicher, dass sich genau jene Hängerszene im Pavillonbereich festsetzen wird, die viele Frauenfelder im „Büebewäldli“ nicht haben wollen. Das Sicherheitsbedürfnis und die damit verbundenen Kosten werden unverhältnismässig hoch sein, ebenso die Kosten für Reinigung und Unterhalt.
Drittens: Die vom Gemeinderat beschlossene Umzonung des Gebiets Murgwiese erlaubt weitere Bauten, die es in einem stadtnahen Waldstück nicht braucht. Die Benutzung des Pavillons wird von allen Seiten Begehrlichkeiten wecken. In diesem Punkt lässt die Botschaft wichtige Fragen unbeantwortet.
Es hat genug Parkanlagen und Kinderspielplätze in unserer Stadt. Für Veranstalter und Vereine gibt es viele Angebote. Eine naturnahe Sanierung des Mühlewiesenkanals und eine bessere Pflege des „Buebwäldlis“ reichen völlig aus. Das wäre für weniger als eine Million Franken zu haben.
Verlierer sind letztlich auch wir Steuerzahlenden, die ein unnötiges Luxusprojekt unseres Stadtrates finanzieren sollen. Deshalb stimme ich Nein!

Fredi Marty, Gemeinderat MproF